gut-durch-die-wechseljahre

Glücklicherweise ist das Thema „Hormonersatztherapie“ nicht mehr so verpönt, wie das jahrelang der Fall war. Wenn Wechseljahresbeschwerden auftreten, kann man inzwischen wieder sehr gut über die Vor- und Nachteile einer Hormontherapie aufklären, die Risiken benennen, aber auch durchaus einmal über die Vorteile sprechen. Ich nutze diese Möglichkeit aber auch, um einmal das Thema Mikronährstoffe anzusprechen, denn auch hier gibt es durchaus vorteilhafte Aspekte, die den meisten Patientinnen gar nicht so geläufig sind. Dieser Beitrag soll einen kurzen Einblick geben.

B-Vitamine

Gerade die jüngere Generation hat durch die häufig vegetarische Lebensweise ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an B-Vitaminen. Dieser Mangel kann zur kognitiven Einschränkung, also Einschränkung des Gedächtnisses als auch der Leistungsfähigkeit sowie zur Müdigkeit führen. Daher empfehle ich eher großzügig eine Substitution der B-Vitamine entsprechend dem täglichen Bedarf.

Vitamin D

Das „Sonnenvitamin“ ist ja in aller Munde – und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Leider erlaubt die Sonneneinstrahlung in den nördlichen Breiten keine ausreichende Produktion dieses Vitamins in der Haut, so dass doch die meisten Menschen in Deutschland auf eine zusätzliche Zufuhr angewiesen sind.

Da ein Vitamin D-Mangel nicht nur mit dem Gedächtnis, sondern auch mit Krebserkrankungen, Depressionen als auch einem erhöhten Risiko für Asthma und Allergien assoziiert ist, empfehle ich eine ständige Substitution von ca. 20 µg (800 IE).

Lycopin

Das Carotinoid Lycopin ist vielen nicht sofort geläufig, wenngleich es doch für alle sichtbar in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten vorhanden ist. Es ist nämlich der rote Farbstoff in Tomaten, Hagebutten, aber auch Papaya.

Es gehört zu den sogenannten Antioxidantien und schafft es, schädliche Stoffe aus dem Organismus zu eliminieren. Vermutlich ist dies der Grund für seine vielfältigen Wirkungen, so senkt es das Risiko für Krebserkrankungen, für Herz-Kreislauferkrankungen und erhöht die Leistungsfähigkeit. Es gibt Studien, die zeigen, dass die Gewichtsabnahme unter Lycopin besser ist. Die Haut wird durch Lycopin geschützt, insofern ist es ein wirklich vielfältiger Nährstoff.

Die tägliche Aufnahme in Deutschland wird auf etwa 0,5 mg geschätzt, die meisten Studien legen eine Aufnahme von 5-10 mg täglich zugrunde. Dies ist enthalten in einem Teelöffel Tomatenmark (je konzentrierter die Tomaten sind, desto höher ist der Gehalt) oder aber in 1 Glas Tomatensaft. Alternativ gibt es Supplemente, die Lycopin aus Tomatenextrakt enthalten, aber auch hier ist auf eine Dosierung von mindestens 5 mg zu achten.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind Baustein von Nervenzellen, verbessern die Blutfettwerte (Herz-Kreislaufrisiko), senken das Risiko für Krebserkrankungen und optimieren die Darmflora. Vermutlich ist letzteres die Ursache für eine bessere Stimmung, die unter der Einnahme von DHA nachgewiesen werden kann.

Omega-3-Fettsäuren sind in fettem Seefisch enthalten, die Empfehlung ist, hiervon ca. 200 g in der Woche zu essen. Das schmeckt leider nicht jedem, in diesen Fällen kann auch eine Substitution durch Fischöl - oder besser - (veganes) Algen-DHA erfolgen, idealerweise mit 200 mg täglich.

Ginkgo biloba

Dieser pflanzliche Wirkstoff aus dem gleichnamigen Baum verbessert den Blutfluss und senkt damit das Herz-Kreislauf-Risiko. Er erhöht nachweislich die Gedächtnisleistung. Aus meiner Sicht gehört er deshalb auch zu den Nahrungsmitteln, die man durchaus ergänzen kann.

Fazit

Sie merken, es gibt doch zahlreiche Makro- und Mikronährstoffe mit positiven Gesundheitseffekten. Ich habe einmal die Studien in der Grafik dargestellt. Das heißt nicht, dass jeder Effekt durch eine sogenannte prospektive Studie nachgewiesen ist. Das ist grundsätzlich in diesem Bereich schwierig. Aber es gibt eben Studien, die einen entsprechenden Effekt vermuten lassen.

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