Team jameda
Bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen kann es im Verlauf der Zeit zu einem dialysepflichtigen chronischen Nierenversagen kommen. Der Nephrologe spricht dann von einer terminalen Niereninsuffizienz, das bedeutet, dass eine sogenannte Nierenersatzbehandlung durchgeführt werden muss, weil die Nieren die Entgiftungsfunktion nicht mehr ausreichend übernehmen können. Dafür stehen zwei Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: Die Dialysebehandlung und die Nierentransplantation.
Bei den Dialyseverfahren gibt es wiederum zwei Möglichkeiten der Behandlung, wobei es deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Überlebenszeit, die Erhaltung der Nierenrestfunktion und die Lebensqualität der Patienten gibt. Die Blutwäsche im Dialysezentrum (Hämodialyse, HD) und die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse, PD) in ihren verschiedenen Formen, z.B. CAPD, APD, IPD usw.
Die PD ermöglicht dem Patienten eine Nierenersatztherapie zuhause. Die Mehrzahl der PD-Patienten sieht ihren Arzt nur etwa einmal pro Monat. Die Patientenzufriedenheit ist bei der PD höher als bei der HD. In der CHOICE-Studie wurden 736 neue Dialysepatienten aus 37 Zentren bezüglich ihrer Zufriedenheit mit der Behandlung befragt. PD-Patienten beurteilen ihr Behandlungsverfahren positiver als HD-Patienten.
Auch mehr als 30 Jahre nach Einführung der Peritonealdialyse bietet sich dieses Verfahren durch die Einfachheit in der Durchführung und die niedrigen Kosten für Patienten dialysepflichtiger Niereninsuffizienz an. Technische Fortschritte und neue Dialyselösungen haben zu einer besseren Lebensqualität bei PD-Patienten geführt.
In vielen Ländern hat der Anteil der PD-Patienten ständig abgenommen, auch in Deutschland. So werden aktuell nur ca. 5 % aller Dialysepatienten mit PD behandelt, obwohl theoretisch, wenn es keine Gründe gegen die PD gibt, bis zu 80 % mit PD behandelt werden könnten. Dafür gibt es verschiedene Gründe auf die wir hier nicht näher eingehen möchten (weitere Infos dazu auf der Seite Bündnis Niere). Trotz der Fortschritte und Vorteile ist der Anteil der PD-Patienten in den USA von 15% auf 8% zurückgegangen, während beispielsweise 80% der terminal niereninsuffizienten Patienten in Hongkong in einem PD-Programm behandelt werden, in Canada, Australien und Neuseeland sind es 20-30% der Patienten.
Vergleiche im Überleben zwischen HD- und PD-Patienten werden seit vielen Jahren durchgeführt:
Ein weiterer Vorteil der PD ist der Erhalt der Restfunktion der Nieren (residuale Nierenfunktion), also eine geringere Abnahme der Urinproduktion im Verlauf der Behandlung im Vergleich zur HD. Nach amerikanischen Daten ist die Krankenhausaufnahme wegen Bakteriämie oder Sepsis (schwere allgemeine Entzündung durch Bakterien im Blut) bei HD-Patienten 1,5- bis 2,3-fach höher als bei PD-Patienten. Beim Vergleich HD versus PD als erste Form der Nierenersatztherapie hatten HD-Patienten ein zweifach höheres Hospitalisierungsrisiko (Krankenhausbehandlung) aufgrund einer Sepsis als PD-Patienten. Über einen Zeitraum von sieben Jahren gerechnet war das Sterblichkeitsrisiko durch Sepsis bei HD-Patienten ebenfalls etwa zweifach höher als bei PD-Patienten.
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